Was sind eigentlich Hochstammbäume?

Bestimmt hast du auch schon von Hochstammbäumen gehört oder gelesen. Aber was sind eigentlich Hochstammbäume? Wie unterscheiden Sie sich zu „normalen“ Bäumen und warum sind sie so wichtig?

 

Der Hochstammbaum

Ein Hochstammbaum ist ein eigenständiges Kleinbiotop. Stehen mehrere solcher Bäum zusammen multiplizierten sich die Eigenschaften zu einem eigenen Lebensraum. Dichte Obstgärten verfügen über ähnlich wichtige Eigenschaften wie Wälder. Das heisst, sie beeinflussen das lokale Klima positiv, produzieren Sauerstoff und dienen der Wasserregulation, sowie dem Erosionsschutz.

 

Aufbau der Bäume

Die Unterlage

Der Wurzelteil, der die Versorgung des ganzen Baumes mit Wasser und Nährstoffen gewährleistet, nennt man Unterlage. Diese wird aus einem Sämling gewonnen. Nur dieser kann ein leistungsfähiges und weites Wurzelwerk bilden, das den ganzen Baum versorgen, stützen und verankern kann.

Früher wurden Sämlinge ganz einfach durch die Aussaat von Obstkernen gewonnen. Die kräftigsten Sämlinge konnten dann schon nach 3-4 Jahren ins Freiland ausgepflanzt werden.

Wurde dieser neu gewonnene Baum nicht umveredelt, blieb er ein Sämling, also eine neue noch nie da gewesene Sorte. Die meisten Obstsorten sind auf diese Weise entstanden.

Auf diese Art werden aber kaum noch Unterlagen gewonnen. Heutzutage werden sie durch sogenannte Mutterstöcke vermehrt. Dafür wird ein kleiner Ast, in die Erde gesteckt und angehäufelt, sodass der er Wurzeln bildet. Diese bewurzelten Triebe werden dann abgetrennt und als Unterlage verwendet. Sie haben genau die gleichen Eigenschaften wie der Mutterstock. Ursprünglich ging es bei dieser Methode darum Virenkrankheiten zu eliminieren. Man wollte eine genormte Unterlage erschaffen.

Die Folgen davon sind aber leider die Verarmung der Vielfalt und genetische Kombinationen, die besonders empfänglich für Krankheiten wie den Feuerbrand sind.

 

Der Stamm

Er ist nichts anderes als die Verlängerung der Unterlage. Wenn der Stamm mind. 1.80cm hoch ist, spricht man von einem Hochstammbaum.

Bei modernen Baumschulbäumen ist im Normalfall der Stamm bereits Teil der gewünschten Edelsorte. Diese werden etwa 15cm über den Wurzeln auf den Sämling veredelt. Fals du keine Ahnungs hast, was veredeln bedeutet, schau doch mal auf hier vorbei.

 

Die Krone

Sie besteht aus sogenannten Hauptästen und die davon abgehenden Fruchtästen. Hochstammbäume bilden meist sehr grosse Kronen. Je nach Sorte können sie sehr steil und hoch oder aber auch weit und ausladend sein.

Einzelstehende Hochstammbäume bieten vielen Vögeln und sonstigen Lebewesen Nistplatz, Versammlungs- und Ruheort, sowie eine Nahrungsquelle. Sie locken und beherbergen viele Insekten und Kleinorganismen.

Die Bäume spenden Schatten für Vieh, sind Merkpunkte in der Landschaft und beleben die Natur ungemein. Auch wenn ein Baum nicht mehr abgeerntet werden kann, ist er also von grossem Nutzen.

In den meisten Fällen sind einzelnstehende alte Obstbäume letzte Überbleibsel ehemaliger grosser Obstgärten. Leider sind in unserer Region nicht mehr viele vorhanden. Durch die intensive Grasnutzung und die dadurch immer grösser werdenden Maschinen, sowie der mangelnden Pflege der Bäume, geraten diese immer mehr unter Druck. Besonders viele alte Obstbäume sind in den letzten Jahren dieser Entwicklung zum Opfergefallen. Ersatzpflanzungen werden leider kaum mehr vorgenommen.

Wenn du mehr über das Thema Hochstammbäume erfahren möchtest, schau doch mal auf der Hompage von Hochstammobst.ch und HochstammSuisse vorbei.

Quelle: hochstammobst.ch

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